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Evangelischer Lehrer- und Erzieherverband Sachsens

Evangelisch * Sächsisch * Bildung * Schule * Religionspädagogik

gegründet 1990, Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Evangelischer Erzieher in Deutschland e. V. (AEED)
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Der GCLE-Bote 2010 Oktober 2010

... 20 Jahre & es gibt uns immer noch...

Liebe Mitglieder und Freunde der GCLE Sachsen e. V.,

auch wenn Sie lange auf diesem „klassischen“ Weg nichts mehr von uns gehört haben, so sind wir noch da und leben und agieren noch. Das „Noch“ ist aber ein Gedanke, den wir im Vorstand schon mehrfach diskutiert haben. Brauchen wir die GCLE Sachsen eigentlich noch? Sind nicht ihre Ziele, die einst 1990 bei ihrer sächsischen Gründung und bei dem Zusammenschluss 1996 mit der damaligen „Fachgemeinschaft Ev. Religionslehrer“ aufgestellt wurden, erfüllt?
Es ging um die Einführung des konfessionellen Religionsunterrichtes (RU) in Sachsen. Wir wollten dies und keine Experimente wie in anderen neuen Bundesländern. Wir haben das in vielerlei Hinsicht unterstützt. Dieses Ziel ist erreicht. Sachsen kann sich mit seinem RU in den neuen Ländern sehen lassen. Defizite gibt es nach wie vor in der durchgängigen
2-Stündigkeit in allen Schularten und vor allem an den Berufsschulen.
Die GCLE Sachsen hat sich immer auch als Mittler zwischen Staat und Kirche in Fragen des RU gesehen. Dies war in den 1990er Jahren sehr wichtig. Auch hier gibt es mittlerweile gute Formen der Zusammenarbeit, wie z. B. die der Fachberater mit den Bezirkskatecheten und dem Landeskirchenamt.
Ein weiterer Schwerpunkt war (und ist) die Fortbildung. Durch das engagierte Zusammenarbeiten von GCLE-Mitgliedern mit dem TPI und den Regionalstellen der Sächsischen Bildungsagentur (SBA) in den 1990er und 2000er Jahren, hat die GCLE viele interessante regionale Fortbildungen mit erstklassischen Dozenten organisiert. Nochmals Dank an die SBA und das TPI, die das damals ermöglichten.
Ich denke hier noch an die „Mehmke-Akademie“ ?. Fast etwas schwermütig muss ich sagen: „Das waren noch Zeiten ...!“. Danke, liebe Barbara.
Heute finden Sie viele interessante Fortbildungen von SBA und SBI im Onlinekatalog sowie im Kursprogramm des TPI. Schauen Sie nach, fragen Sie Ihren Fachberater und nutzen Sie die Fortbildungen.
(Übrigens, es gibt keine Vorgaben über ein Maximum an Fortbildungstagen an der Schule. Sie entscheiden in Abstimmung mit der Schulleitung und dem Personalrat über die fachdidaktische und pädagogische Notwendigkeit.)
Ein weiteres und vielleicht am Anfang wichtigstes Ziel war immer die Gemeinschaft der christlichen Lehrer im Allgemeinen und der Religionslehrer im Besondern. Die GCLE Sachsen war es, die in den 1990er Jahren die Religionslehrertage ins Leben gerufen hat, 10 an der Zahl. Zwar waren wir klein und bescheiden, aber es gab ja noch nicht so viele Religionslehrer. Gute Dozenten und Themen hatten wir immer.
Viele andere Events haben wir organisiert, ich denke gerne an die Ausfahrt nach dem böhmischen Osek (Ossegg) ins dortige Zisterzienser-Kloster zu „Vater Abt Bernhardt“ zurück. Die „Wohltemperierte Messe“ und das „Heiße Frühstück“ bleiben unvergessen.
Leider mussten viele andere Events aufgrund zu geringer Teilnehmerzahlen storniert werden.
Ein weiteres Mega-Event war unser GCLE-Ball 2006. Hier möchte ich mich bei meiner Stellvertreterin, Frau Martina Schlosser, für die Organisation noch einmal sehr bedanken.
Sehr angenommen wurden die jährlichen Treffen von GVEE Bayern, GCLE Thüringen und GCLE Sachsen. Gemeinschaft und Inhalt auf höchstem Niveau. Hier möchte ich nur an 2004 und Görlitz erinnern. Leider sind durch den mehrfachen Wegfall Thüringens die Treffen eingeschlafen.
Schulpolitik, Schulentwicklung und Religionsunterricht haben wir immer beobachtet. Wir haben als kleiner Verband schon sehr zeitig auf Defizite aufmerksam gemacht. Zahlreiche Schreiben an Verantwortliche in Staat und Kirche mit Vorschlägen und Treffen mit den Kultusministern und kirchlichen Vertretern zeugen davon.
Das alles ist nur exemplarisch, ich könnte hier noch Seiten weiter schreiben.

Nein, liebe Mitglieder, das ist kein Abgesang, es ist eine Bestandsaufnahme. Die Arbeit der GCLE Sachsen kann sich in ihrer 20-jährigen Geschichte sehen lassen und braucht sich nicht zu verstecken, auch wenn wir, leider auch manchmal aus eigenen Reihen, viel Gegenwind erfahren mussten. Mehr war und ist nicht möglich. Gern hätten wir uns mehr Unterstützung gewünscht.
Wir sind, auch wenn wir geschrumpft sind, immer noch der stärkste Verband der AEED in den neuen Ländern.
Danke auch an die ersten Vorsitzenden von 1990-2000, Frau Juliane Kiesewetter und Frau Elisabeth Sauer. Sie haben mit ihren Teams in Zusammenarbeit mit Pfarrer Albrecht Schmidt, dem damaligen Leiter des TPI, den Grundstein gelegt.

„Alles hat seine Zeit“, diesen biblischen Spruch kennen wir alle. Da komme ich noch einmal auf das „Noch“ zu sprechen. Wir machen weiter. Bildung, Schule und Religionspädagogik werden auch weiterhin im Fokus unserer Arbeit stehen. Wie immer werden wir uns den aktuellen Fragen auch stellen. Um vieles brauchen wir uns nur noch wenig Gedanken machen, das läuft in Sachsen gut. Die Lupe wegnehmen werden wir aber nicht.
Auch werden wir uns unsere Verdienste nicht weg reden lassen.
Wir sind der Überzeugung, dass es im „protestantischen Sachsen“ einen evangelischen Lehrerverband geben muss.

In diesem Sinn stoßen wir mit Ihnen auf die letzten 20 Jahre an, bedanken uns für die Mitarbeit und Treue, wünsche Ihnen Gottes Segen und viel Gesundheit.



... ich möchte mal gelobt werden ...

Als ich vor einiger Zeit zu einer Fortbildung war, hatten wir eine Gruppenarbeit. Kollegen tauschten sich aus und besprachen ihr „Entwicklungsportfolio“ als Lehrer. Eine Kollegin, eine Schulleiterin, schrieb dabei auf eine Moderationskarte als Wunsch für die Zukunft: „Ich
möchte gern mal gelobt werden.“ Lange unterhielten wir uns in der Gruppe darüber, ob denn das in Sachsen nicht der Fall ist. Auch wenn wir unterschiedlicher Meinung waren, so
war doch der Grundtenor, dass wir uns das noch mehr wünschen. Sachsen ist dank einer kontinuierlichen Schulpolitik und Schulentwicklung, vor allem aber durch die hervorragende Arbeit der Lehrer im Schuldienst zu einer führenden Bildungskraft in Deutschland geworden. Dank an alle dafür.
Gerade deshalb sind wir aber der Meinung, dass hier „vor allem von oben“ noch „Ressourcen“ bei diesem Thema da sind.
Viele Schulleiter leisten hier im Kleinen schon eine tolle Arbeit.
Im Beamtenstatus wächst das Portfolio und der Status von allein, jedenfalls formal. Es ist schon etwas anderes, wenn eine „Frau OStRin“ spricht. Nein, es geht uns nicht um Eitelkeit durch Titel oder schlimmer, um das Ausruhen auf einem solchen, es geht uns aber schon um die Frage, wie pädagogische und auch akademische Leistungen von sächsischen Lehrern als Angestellte geachtet werden. Ich weiß, dass dieses Thema von uns immer wieder aufgegriffen wurde. Leider hat sich da aber noch nichts getan. Es geht also nicht nur um finanzielle Prämien. Vor allem für junge Lehrer kann das auch ein Grund sein, in Zukunft in Sachsen zu bleiben und nicht in alte Bundesländer zu gehen. Wir bleiben dran.

Liebe Mitglieder, leider ist es uns aus finanziellen Gründen und aus Gründen des Arbeitsaufwandes zzt. nicht mehr möglich, wie noch vor Jahren, 3-4 GCLE-Boten zu Ihnen zu schicken. Bitte haben Sie dafür Verständnis. Wir haben unsere Homepage, dort finden Sie fast alles Wichtige.
Bitte bezahlen Sie Ihren Jahresbeitrag von 25,00 € regelmäßig. Er ist unsere einzige Einnahmequelle. Etwas „Kleingeld“ für die Arbeit brauchen wir schon. Danke an „unsere langjährige Schatzmeisterin“, Frau Dagmar Malcherek, eine gute Zusammenarbeit weiterhin.

Wir werden im kommenden Jahr gemeinsam mit dem Stand der AEED
auf dem Kirchentag in Dresden dabei sein. Wir freuen uns, Sie dort zu begrüßen.

Liebe Mitglieder, das Kirchen- und Kalenderjahr neigt sich dem Ende entgegen. Man kann es kaum glauben, aber das Jahr 2010 wird wieder bald Geschichte sein. Es war ein Jahr der „Wetterextreme“ weltweit. Viel Elend ist dabei entstanden. Nutzen wir gerade die kommende Adventszeit auch dazu, nachzudenken, wie jeder Einzelne von uns helfen kann. Die weihnachtliche Botschaft ist für uns dazu eigentlich Verpflichtung.
Wir christlichen Lehrer wissen uns durch unseren Glauben in unserer täglichen, zwar schönen, aber nicht einfachen Arbeit getragen.

Ich wünsche Ihnen alles Gute, Gottes Segen, viel Gesundheit, beruflichen Erfolg und persönliches Glück.


Ihr Uwe Müller, Vorsitzender, i. A. des Vorstandes