Der GCLE-Bote 1/2008
Liebe Mitglieder und Freunde der GCLE Sachsen,
es ist kaum zu glauben, aber schon wieder ist ein Schuljahr fast zu
Ende. Wieder ein Jahr interessante, aber auch anstrengende Arbeit
mit unseren „Kids“.
Wir können stolz auf das Erreichte in Sachsen sein. Durch die
fleißige, pädagogisch anspruchsvolle und schülerorientierte
Arbeit der Mehrheit unserer Lehrerinnen und Lehrer und auch der Erzieherinnen
und Erzieher in den vorschulischen Einrichtungen konnte sich der Freistaat
Sachsen in dem innerdeutschen Bildungsvergleich an die Nummer 1 setzen.
In der Bildung hat Sachsen Bayern geschlagen. Das 12-jährige Abitur
hat sich bei uns bewährt. Andere Bundesländer, in denen es
jetzt eingeführt wird, so auch Bayern, sollten dabei nicht so
viel jammern, sondern sich am Primus orientieren. Leider haben wir
in den Talkshows und medialen Bildungsdiskussionen dazu nicht viel
vernommen. Sollten da geschichtliche und geografische Gründe eine
Rolle spielen? Das wäre sehr schade.
Auch wenn wir in Sachsen gute Erfolge in der Bildung haben, heißt
das natürlich nicht, dass wir die Hände in den Schoß legen
können. Im Gegenteil, wir müssen natürlich den Bildungsprozess
weiter entwickeln. Vor allem der demografische Faktor und die nach wie
vor hohe Abwanderung gut qualifizierter junger Menschen werden uns zu
neuen Überlegungen zwingen. Dabei dürfen aber nur pädagogische
und didaktische Überlegungen eine Rolle spielen. Dieser Prozess
muss ideologiefrei sein. Bildung hat sich an den Bedürfnissen der
Schwächsten in unserer Gesellschaft zu orientieren, an unseren Kindern,
unserer Zukunft.
Diesen Prozess werden wir kritisch begleiten, auch
wenn wir einer der kleinsten Lehrerverbände in Sachsen sind. Auch weiterhin
gilt unser Grundsatz, dass wir uns einmischen werden, wenn die Würde
der an der Bildung beteiligten Menschen in irgendeiner Weise missachtet
wird. Das gilt für Schüler und Lehrer gleichermaßen.
Wir bleiben auch in Zukunft der inhaltlich arbeitende Verband. Um tarifrechtliche
Dinge sollen sich die großen bemühen. Natürlich sind
wir damit nicht so interessant, da viele Kollegen(innen) mit dem Namen
Lehrerverband damit genau diese Frage in Verbindung bringen. Das ist
schade. Viele bedenken dabei nicht, dass gerade die Arbeit in e.V. neben
dem Wahlrecht eines der wichtigsten demokratischen Mitbestimmungsmöglichkeiten
darstellt. Wir sind unabhängig und nur unseren Beschlüssen,
der Meinung unserer Mitglieder und Freunde und natürlich unserem
Glauben verpflichtet. Wir sind der festen Überzeugung, und das hat
der Vorstand gerade noch einmal bestätigt, dass wir unsere Stimme
in Sachsen brauchen. Uns gibt es in Kürze schon 20 Jahre. Da haben
wir viele Erfahrungen gemacht, manchem Gegenwind standgehalten aber auch
viele Kompetenzen entwickelt. Diese werden wir auch weiterhin positiv
einbringen.
Auch auf katholischer Seite gibt es einen Verband, den Deutschen
Katechetenverband (DKV).
Deshalb werben Sie für uns oder werden Sie Mitglied. Wir haben nur
einen geringen Beitrag von 25 € im Jahr!!!! und das seit vielen
Jahren konstant. Bitte bezahlen Sie auch Ihren Beitrag. Mahnungen unsererseits
wollen wir vermeiden.
In der letzten Tagen hat uns ein Thema sehr aufgeschreckt, ein Thema,
mit dem Sie vielleicht schon als Pädagoge in Berührung gekommen
sind, die erhöhte Jugendkriminalität. Woran liegt das, dass
junge Menschen immer stärker vor Brutalität und exzessiver
Gewalt nicht zurückschrecken? Der Gründe gibt es doch viele.
Auch sind wir der Auffassung, dass die unterschiedlichen Ursachen auch
regional verschieden sind. Eines aber steht fest, unsere Jugend ist verunsichert.
Ein gewaltiger Leistungsdruck lastet auf einem Großteil der Jugendlichen.
Die Ansprüche an junge Menschen werden im Berufsleben immer größer.
Deshalb sind gerade Gymnasiasten fast nur noch für „ihre Schule“ da.
Freizeit wird immer weniger. Ein gewaltiger Zensurendruck lastet auf
ihnen. Zwar maßen wir uns nicht an, dies verallgemeinern zu wollen,
aber in Gesprächen mit Kollegen aller Schultypen wurde uns bestätigt,
dass die seit 2005 geltenden Einschulungsmodalitäten für das
Gymnasium sich nicht positiv ausgewirkt haben. Gerade die Mittelschulen
leiden weiter darunter.
Zwar haben wir 2004 die Novellierung des sächsischen
Schulgesetztes begrüßt, vor allem den Paragraphen 1 mit seinen
Bezug auf die christlichen Werte des Abendlandes. Dennoch muss man sich
fragen, wie wird dieser Bezug in unseren Schulen beachtet. Ein Großteil
unserer Schüler fehlt eine Orientierungskompetenz, um sich mit unserer
Geschichte, Kunst, Musik auseinander setzten zu können. Nur wenn
ich die Grundlagen der christlichen Religion kenne und begreife, kann
ich diese Türe durchbrechen. Deshalb ist es schwer zu verstehen,
das im 17. Schuljahr des Religions- und Ethikunterrichtes immer noch
nicht die vorgesehene Stundentafel mit der 2-Stündigkeit dieser
Fächer vollständig umgesetzt worden ist. Dies ist ein Beitrag
auch gegen die Gewalt unter bzw. mit jungen Menschen. Wir bleiben am
Ball.
Sehr freuen wir uns, dass die traditionelle Begegnungstagung zwischen
der GCLE Sachsen, der GCLE Thüringen und dem GVEE Bayern wieder
durch Bayern belebt worden ist. Dazu lesen Sie mehr auf der Seite Fortbildung.
Sie müssen sich selbst bei der GVEE Bayern anmelden. Das Thema ist
gut und das Bildungszentrum Kloster Banz auch. Es wäre schön,
wenn Sachsen zahlreich vertreten wäre. Wir freuen uns auf sie.
Liebe Mitglieder und Freunde, negativer Stress
ist der schlimmste Krankheitserreger. Viele Pädagogen sind dadurch
erschöpft und ausgepowert. Lernen
Sie auch einmal „Nein“ zu sagen. Man sagt ja auch nicht immer „Ja“ zu
uns. Nur so können Sie optimal für unsere Schüler da sein.
Grundlage für die Nächstenliebe ist das eigene innere Gleichgewicht.
Gerade dieser Stressbewältigung werden wir uns in der kommenden
Zeit in Fortbildungen annehmen, nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch.
Vorbild wird uns dabei in Ansätzen der katholische Theologe Prof.
Dr. Peter Eicher aus der Schweiz sein. Schauen Sie dabei mal auf seine
Homepage, die Angebote sind einfach toll. -->www.petereicher.de
Am 24. Juni war Johannistag. Johannes ruft uns auf, den Weg für
Jesu zu bahnen, den Weg der Liebe und Zukunft. Es fällt uns in
dieser Zeit schwer, immer diesen Weg zu finden und zu gehen. Nutzen
Sie die
herrliche Jahreszeit des Sommers. Gerade hier stehen alle Wege offen.
Man muss nur Mut haben, sie zu gehen.
Bis zum nächsten GCLE-Boten
Ihr Uwe Müller, Vorsitzender, i.A. des Vorstandes