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Evangelischer Lehrer- und Erzieherverband Sachsens

Evangelisch * Sächsisch * Bildung * Schule * Religionspädagogik

gegründet 1990, Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Evangelischer Erzieher in Deutschland e. V. (AEED)
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Der GCLE-Bote 1/2008

Liebe Mitglieder und Freunde der GCLE Sachsen,


es ist kaum zu glauben, aber schon wieder ist ein Schuljahr fast zu Ende. Wieder ein Jahr interessante, aber auch anstrengende Arbeit mit unseren „Kids“.

Wir können stolz auf das Erreichte in Sachsen sein. Durch die fleißige, pädagogisch anspruchsvolle und schülerorientierte Arbeit der Mehrheit unserer Lehrerinnen und Lehrer und auch der Erzieherinnen und Erzieher in den vorschulischen Einrichtungen konnte sich der Freistaat Sachsen in dem innerdeutschen Bildungsvergleich an die Nummer 1 setzen. In der Bildung hat Sachsen Bayern geschlagen. Das 12-jährige Abitur hat sich bei uns bewährt. Andere Bundesländer, in denen es jetzt eingeführt wird, so auch Bayern, sollten dabei nicht so viel jammern, sondern sich am Primus orientieren. Leider haben wir in den Talkshows und medialen Bildungsdiskussionen dazu nicht viel vernommen. Sollten da geschichtliche und geografische Gründe eine Rolle spielen? Das wäre sehr schade.


Auch wenn wir in Sachsen gute Erfolge in der Bildung haben, heißt das natürlich nicht, dass wir die Hände in den Schoß legen können. Im Gegenteil, wir müssen natürlich den Bildungsprozess weiter entwickeln. Vor allem der demografische Faktor und die nach wie vor hohe Abwanderung gut qualifizierter junger Menschen werden uns zu neuen Überlegungen zwingen. Dabei dürfen aber nur pädagogische und didaktische Überlegungen eine Rolle spielen. Dieser Prozess muss ideologiefrei sein. Bildung hat sich an den Bedürfnissen der Schwächsten in unserer Gesellschaft zu orientieren, an unseren Kindern, unserer Zukunft.

Diesen Prozess werden wir kritisch begleiten, auch wenn wir einer der kleinsten Lehrerverbände in Sachsen sind. Auch weiterhin gilt unser Grundsatz, dass wir uns einmischen werden, wenn die Würde der an der Bildung beteiligten Menschen in irgendeiner Weise missachtet wird. Das gilt für Schüler und Lehrer gleichermaßen.


Wir bleiben auch in Zukunft der inhaltlich arbeitende Verband. Um tarifrechtliche Dinge sollen sich die großen bemühen. Natürlich sind wir damit nicht so interessant, da viele Kollegen(innen) mit dem Namen Lehrerverband damit genau diese Frage in Verbindung bringen. Das ist schade. Viele bedenken dabei nicht, dass gerade die Arbeit in e.V. neben dem Wahlrecht eines der wichtigsten demokratischen Mitbestimmungsmöglichkeiten darstellt. Wir sind unabhängig und nur unseren Beschlüssen, der Meinung unserer Mitglieder und Freunde und natürlich unserem Glauben verpflichtet. Wir sind der festen Überzeugung, und das hat der Vorstand gerade noch einmal bestätigt, dass wir unsere Stimme in Sachsen brauchen. Uns gibt es in Kürze schon 20 Jahre. Da haben wir viele Erfahrungen gemacht, manchem Gegenwind standgehalten aber auch viele Kompetenzen entwickelt. Diese werden wir auch weiterhin positiv einbringen.
Auch auf katholischer Seite gibt es einen Verband, den Deutschen Katechetenverband (DKV).
Deshalb werben Sie für uns oder werden Sie Mitglied. Wir haben nur einen geringen Beitrag von 25 € im Jahr!!!! und das seit vielen Jahren konstant. Bitte bezahlen Sie auch Ihren Beitrag. Mahnungen unsererseits wollen wir vermeiden.
In der letzten Tagen hat uns ein Thema sehr aufgeschreckt, ein Thema, mit dem Sie vielleicht schon als Pädagoge in Berührung gekommen sind, die erhöhte Jugendkriminalität. Woran liegt das, dass junge Menschen immer stärker vor Brutalität und exzessiver Gewalt nicht zurückschrecken? Der Gründe gibt es doch viele. Auch sind wir der Auffassung, dass die unterschiedlichen Ursachen auch regional verschieden sind. Eines aber steht fest, unsere Jugend ist verunsichert. Ein gewaltiger Leistungsdruck lastet auf einem Großteil der Jugendlichen. Die Ansprüche an junge Menschen werden im Berufsleben immer größer. Deshalb sind gerade Gymnasiasten fast nur noch für „ihre Schule“ da. Freizeit wird immer weniger. Ein gewaltiger Zensurendruck lastet auf ihnen. Zwar maßen wir uns nicht an, dies verallgemeinern zu wollen, aber in Gesprächen mit Kollegen aller Schultypen wurde uns bestätigt, dass die seit 2005 geltenden Einschulungsmodalitäten für das Gymnasium sich nicht positiv ausgewirkt haben. Gerade die Mittelschulen leiden weiter darunter.

Zwar haben wir 2004 die Novellierung des sächsischen Schulgesetztes begrüßt, vor allem den Paragraphen 1 mit seinen Bezug auf die christlichen Werte des Abendlandes. Dennoch muss man sich fragen, wie wird dieser Bezug in unseren Schulen beachtet. Ein Großteil unserer Schüler fehlt eine Orientierungskompetenz, um sich mit unserer Geschichte, Kunst, Musik auseinander setzten zu können. Nur wenn ich die Grundlagen der christlichen Religion kenne und begreife, kann ich diese Türe durchbrechen. Deshalb ist es schwer zu verstehen, das im 17. Schuljahr des Religions- und Ethikunterrichtes immer noch nicht die vorgesehene Stundentafel mit der 2-Stündigkeit dieser Fächer vollständig umgesetzt worden ist. Dies ist ein Beitrag auch gegen die Gewalt unter bzw. mit jungen Menschen. Wir bleiben am Ball.


Sehr freuen wir uns, dass die traditionelle Begegnungstagung zwischen der GCLE Sachsen, der GCLE Thüringen und dem GVEE Bayern wieder durch Bayern belebt worden ist. Dazu lesen Sie mehr auf der Seite Fortbildung. Sie müssen sich selbst bei der GVEE Bayern anmelden. Das Thema ist gut und das Bildungszentrum Kloster Banz auch. Es wäre schön, wenn Sachsen zahlreich vertreten wäre. Wir freuen uns auf sie.

Liebe Mitglieder und Freunde, negativer Stress ist der schlimmste Krankheitserreger. Viele Pädagogen sind dadurch erschöpft und ausgepowert. Lernen Sie auch einmal „Nein“ zu sagen. Man sagt ja auch nicht immer „Ja“ zu uns. Nur so können Sie optimal für unsere Schüler da sein. Grundlage für die Nächstenliebe ist das eigene innere Gleichgewicht. Gerade dieser Stressbewältigung werden wir uns in der kommenden Zeit in Fortbildungen annehmen, nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch. Vorbild wird uns dabei in Ansätzen der katholische Theologe Prof. Dr. Peter Eicher aus der Schweiz sein. Schauen Sie dabei mal auf seine Homepage, die Angebote sind einfach toll. -->www.petereicher.de


Am 24. Juni war Johannistag. Johannes ruft uns auf, den Weg für Jesu zu bahnen, den Weg der Liebe und Zukunft. Es fällt uns in dieser Zeit schwer, immer diesen Weg zu finden und zu gehen. Nutzen Sie die herrliche Jahreszeit des Sommers. Gerade hier stehen alle Wege offen. Man muss nur Mut haben, sie zu gehen.

Bis zum nächsten GCLE-Boten
Ihr Uwe Müller, Vorsitzender, i.A. des Vorstandes